In den vergangenen Jahren haben wir mit uns nahestehenden Organisationen in Lateinamerika einen Prozess der schrittweisen Übergabe begonnen. Auch dank dieses Prozesses können unsere Partner vor Ort die Betroffenen weiter unterstützen, während wir uns allmählich zurückziehen.
Entscheidend für diesen Prozess war unter anderem das Engagement für und mit den Selbstvertretungsorganisationen und den besonders vulnerablen Bevölkerungsgruppen. Diese wurden gestärkt und geschult. Jetzt sind es die von Lepra betroffenen Menschen selbst, die bei den staatlichen Stellen die Entwicklung von Programmen einfordern, um ihre Lebensgrundlagen zu verbessern. Und sie sind es, die mit ihrem Einsatz, ihren Fähigkeiten und ihrem Engagement ihre eigenen Organisationen weiter stärken, sichtbar machen und fördern.
Sie kennen die Menschen in ihren Heimatländern, sie kennen ihre Rechte und wissen über die laufenden Programme und Projekte Bescheid. Sie haben eine Stimme – und sie verlangen zu Recht Aufmerksamkeit für ihre Bedarfe.
Die DAHW wird der Region in Erinnerung bleiben. Die Betroffenen, die in den vergangenen Jahrzehnten unterstützt wurden, erkennen den großen Beitrag an, der hier geleistet wurde. Wir konnten Länder und Personen stärken, die ansonsten keine Unterstützung bekommen hätten. Und die vielleicht größte Errungenschaft besteht darin, dass die von uns geförderten Programme und Projekte nun auch mit ihren eigenen Ressourcen voranschreiten.
Länder: Bolivien, Kolumbien
Projektanzahl: 4
Volumen 2024: 618.796,57 Euro
2024 wurde im bolivianischen Chaco weiter daran gearbeitet, die Chagas-Krankheit einzudämmen. Dazu wurde ein umfassender lokaler Interventionsplan für Prävention, Diagnose und Behandlung erstellt. Außerdem tritt ein regionales Netzwerk verschiedener Stakeholder für langfristige politische Maßnahmen zur Kontrolle und Prävention von Chagas ein.
Langfristige Unterstützung vulnerabler Gruppen war auch das Ziel in der Unterstützung der kolumbianischen Föderation von Organisationen für von Lepra betroffene Menschen, „Felehansen“. So können dort eigenständig Projekte zur Leprabekämpfung in Kolumbien entwickelt werden.
In Kolumbien wurde zudem ein Tuberkulose-Projekt abgeschlossen, das auf die besonders vulnerable Gruppe der Gefängnisinsass:innen zugeschnitten ist. Bei den Aktivitäten in der Stadt Cartagena lag der Schwerpunkt darauf, Tuberkulose- und HIV-Infektionen frühzeitig zu erkennen und eine Behandlung bzw. Prophylaxe einzuleiten, um so die Übertragungskette zu unterbrechen.
Und nicht zuletzt wurde in einer Studie untersucht, welche individuellen und strukturellen Faktoren dazu beitragen, dass ein von Lepra betroffener Mensch erfolgreich in die Gesellschaft (re)integriert werden kann. Dabei wurde auf das Fachwissen und die ganzheitlichen Erkenntnisse der kolumbianischen Patient:innenverbände zurückgegriffen, die sich in den vergangenen zehn Jahren aktiv und engagiert für die Lepra-Bekämpfung eingesetzt haben.

Olver Encinas Castillo lebt in Bolivien in der Region Chuquisaca. Dort sind die sogenannten „Raubwanzen“, landläufig „Vinchucas“, weit verbreitet. Sie übertragen die Krankheit Chagas, die im Jahr zehn- bis zwölftausend Todesopfer fordert.
In Olver Encinas Castillos Dorf Itacaray in der Gemeinde San Pablo de Huacareta unterstützt die DAHW ein Projekt, das den Wanzen die Lebensgrundlage nehmen soll. „Es ist eine Freude, dass dieses Projekt in unsere Gemeinde gekommen ist“, sagt Olver. Er arbeitet in der Infektionsschutz-Überwachung. „Wenn die Bürger:innen eine Vinchuca finden, bringen sie sie zu mir, meistens in einer Streichholzschachtel“, erklärt er. Er kümmert sich dann um die weiteren Schritte. Dazu gehört Aufklärung, z.B. über Müllentsorgung, aber auch die aktive Bekämpfung der Raubwanzen. Und dazu wird auch der Malerpinsel geschwungen, denn ein Teil des vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) geförderten Projekts ist es, die Häuser zu sanieren: Die Ritzen, in denen die Wanze lebt, werden abgedichtet und die Wände weiß bemalt.
„Die Menschen in unserer Gemeinschaft beherzigen, was sie über Chagas gelernt haben“, sagt Olver Encinas Castillo. „Sie halten sich an die Maßnahmen zur Vorbeugung. Dafür bin ich dankbar.“
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