Massenscreenings (Skin Camps) so wie hier in Kuelchok (Ton) South Country) im Südsudan ermöglichen die frühe Erkennung von Lepra – auch bei Kindern. Dabei wird auch Menschen in abgelegenen Gemeinden eine Untersuchung angeboten, ggf. eine frühzeitige Diagnose gestellt und schließlich die Behandlung ermöglicht. Gleichzeitig stärkt das Projekt lokale Gesundheitsstrukturen und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden, um Lepra und Tuberkulose nachhaltig einzudämmen.
Im LIVEX-2-Projekt in Nigeria stärken Menschen, die von Lepra und anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) betroffen sind, ihre Gemeinschaft selbst. In Oji River wurden Selbsthilfegruppen aufgebaut und geschult – von psychosozialer Unterstützung bis hin zu konkreten Selbsthilfemaßnahmen –, um Würde, Gesundheit und Teilhabe nachhaltig zu fördern.
Lepra beenden in Pakistan: Bei einem Skin Camp untersuchen mobile Teams Hautveränderungen und erkennen Lepra frühzeitig. So erhalten Betroff ene schnell eine Diagnose und Behandlung – ein wichtiger Schritt, um die Krankheit zu stoppen und neue Infektionen zu verhindern.
Selbstfürsorge in der Gruppe im UPLIFT-Projekt in Äthiopien: Menschen, die von Lepra und anderen vernachlässigten Tropenkrankheiten betroffen sind, lernen gemeinsam, wie sie ihre Füße pflegen und Folgeschäden vermeiden können. Die regelmäßigen Gruppentreffen sind ein zentraler Bestandteil des Projekts und verbinden Gesundheitsaufklärung mit Rehabilitation sowie sozialer und wirtschaftlicher Stärkung.
Mit dem Projekt NIRAMAYA III setzt sich die DAHW gemeinsam mit GLRA India dafür ein, Lepra in Indien nachhaltig zu beenden. In entlegenen Regionen, marginalisierten Gemeinschaften und städtischen Slums werden Leprafälle früh erkannt und Betroffene ganzheitlich begleitet – medizinisch, sozial und wirtschaftlich. Mobile Gesundheitsangebote, geschulte Fachkräfte und die Einbindung der Gemeinden helfen, Stigmatisierung abzubauen und Menschen ein selbstbestimmtes Leben in Würde zu ermöglichen.
Im Zuge der Lepra-Arbeit in Togo wurden Gesundheitsfachkräfte geschult, Fälle frühzeitig zu erkennen, Kontaktpersonen vorbeugend zu behandeln und Ausgrenzung entgegenzuwirken. So soll verhindert werden, dass es nach einer Lepra-Erkrankung überhaupt erst zu schwerwiegenden Folgen kommt. Wie dringend das ist, zeigt die Geschichte von Gabriel, hier zu sehen mit seiner Mutter und seiner Schwester Rosaline: Seine Erkrankung wurde lange nicht erkannt, ein Bein musste amputiert werden. Bis 2031 soll landesweit kein neuer Leprafall mehr auftreten und damit auch kein Kind unter 15 Jahren neu erkranken.
Im Forschungsprojekt PEP4LEP (und dem Folgeprojekt PEP4LEP 2.0) wurde in Tansania und Äthiopien untersucht, wie Lepra durch gezielte Chemoprophylaxe frühzeitig verhindert werden kann. Über 35.000 Kontaktpersonen von Lepra-Patient:innen wurden untersucht, viele von ihnen erhielten eine einmalige Prophylaxe mit Rifampicin. Das Besondere: Einige von ihnen wurden in ihren Gemeinden bei „Skin Camps“ untersucht, andere wurden in zentralen Gesundheitseinrichtungen untersucht. So konnten die Forschenden vergleichen, welcher Ansatz die größere Wirkung erzielt. Das Projekt, das 2025 endete, gilt heute als international wegweisend und lieferte wichtige Impulse für Praxis, Politik und das Ziel Zero Leprosy.
Im vergangenen Jahr haben unsere vielfältigen Lepra-Projekte, etwa in Indien, Äthiopien oder Senegal, große Fortschritte erzielt. Das gilt auch für Länder wie Togo und Pakistan, in denen wir gezielt auf die landesweite Unterbrechung der Lepra-Übertragung hinarbeiten. In Togo soll dies bis 2031 erreicht werden. Im Jahr 2025 standen dafür vor allem konkrete Maßnahmen im Mittelpunkt: Gesundheitsfachkräfte auf Bezirks- und Regionalebene wurden intensiv zur klinischen Diagnose und Behandlung von Lepra und anderen Hautkrankheiten geschult. Parallel dazu stärkten wir die Laborkapazitäten, unter anderem durch Trainings zur Probenentnahme und zur biologischen Bestätigung von Leprafällen. Kontaktpersonen von Erkrankten erhielten eine medikamentöse Prophylaxe, um Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen. Zudem wurde eine landesweite Datenbank mit Lepra- und Buruli Ulcer-Fällen aktualisiert und kartiert, um gezielt an Orten handeln zu können. Die operative Arbeit vor Ort wurde durch zusätzliche Ausstattung wie Motorräder und Tablets weiter unterstützt, insbesondere in abgelegenen Regionen.
In Pakistan erkranken zwar immer noch rund 200 Personen im Jahr neu an Lepra, doch diese Zahl war noch vor wenigen Jahrzehnten um ein Vielfaches höher. Mit langfristiger Planung und nachhaltiger Arbeit konnten wir die Ausbreitung der Lepra in Pakistan immer weiter eindämmen. Nun geht es darum, die Übertragung endgültig zu stoppen. Neue Fälle finden wir frühzeitig mithilfe unserer mobilen Teams. Digitale Tools helfen dabei, Hotspots zu identifizieren und gezielt zu handeln. Auch hier spielen die Aufklärung in der Gesellschaft, Fortbildungen für medizinisches Personal und Prophylaxe eine wichtige Rolle – damit das Ziel, Lepra zu beenden, nachhaltig und ganzheitlich erreicht werden kann.
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