Der Zugang zu Bildung ist für viele Kinder schwer erreichbar. Bol (15) fährt jetzt mit seinem Dreirad zur Schule (Foto aus dem Jahr 2024). Im Südsudan stehen Kinder mit Behinderung vor enormen Herausforderungen, geprägt von Armut, Konflikten und Ausgrenzung. Das DAHW-Projekt „Build me up from the start“, das 2025 endete, unterstützte sie ganzheitlich: mit Hilfsmitteln, familiärer Begleitung und gemeinsam mit einer Selbstvertretungsorganisation für Inklusion und Teilhabe.
Gesundheitsversorgung dort, wo sie jahrzehntelang fehlte: Auf der abgelegenen Insel Ukerewe in Tansania hat das „Else Kröner Center Würzburg-Mwanza“ – ein Projekt der DAHW, der Universität Würzburg, tansanischer Partnerhochschulen und Kliniken – gemeinsam mit lokalen Partnern die Versorgung von Menschen, die von der Krankheit Schistosomiasis betroffen sind, grundlegend verbessert. Durch mobile Untersuchungen, Massenbehandlungen und mithilfe einer Endoskopie-Einheit am Distriktrankenhaus wurden tausende Betroffene erreicht, Erkrankungen früh erkannt und Leben gerettet.
TB or not TB: Ein Gesundheitsmitarbeiter mit einem mobilen Röntgengerät auf dem Weg zu einem der DAHW unterstützten Tuberkulose-Projekte in Ugandas West-Nile-Region. Die Technik bringt medizinische Versorgung direkt zu Menschen an der Grenze zu Gesundheitssystemen und Selbstbestimmung vor Ort.
In vielen Regionen Ostäthiopiens bleiben Tuberkuloseinfektionen lange unerkannt – der Zugang zu Gesundheitsdiensten ist begrenzt. Amira Alfiz erfuhr erst durch eine von der DAHW unterstützte Screening-Kampagne von ihrer TB-Erkrankung. Dank kostenloser Behandlung und Begleitung wurde sie gesund – und half, weitere Infektionen in ihrer Familie frühzeitig zu erkennen und zu verhindern. Das Projekt erreicht gezielt schwer zugängliche, vulnerable Gemeinschaften und bringt Versorgung dorthin, wo sie sonst kaum ankommt.
Gefängnisse gehören zu den am schwersten erreichbaren Orten für Gesundheitsversorgung. Enge Unterbringung, schlechte Hygienebedingungen und kaum medizinische Angebote begünstigen die Ausbreitung von Tuberkulose – zum Beispiel in Haftanstalten in Äthiopien. Die DAHW erreicht diese oft übersehene, vulnerablen Menschen hinter Gittern, verbessert Screening, Behandlung und Prävention und stärkt Strukturen, damit gesundheitliche Hilfe auch dort ankommt, wo Freiheit und Zugang stark eingeschränkt sind.
Abseits von Städten und regulärer Gesundheitsversorgung leben viele Menschen in ehemaligen Lepra-Dörfern im Senegal noch immer isoliert. Weite Wege, Armut und fortbestehende Stigmatisierung machen den Zugang zu medizinischer Hilfe, Einkommen und gesellschaftlicher Teilhabe schwierig. Die DAHW arbeitet gezielt in diesen schwer erreichbaren Gemeinschaften, stärkt lokale Strukturen und unterstützt Menschen dabei, wieder Anschluss zu finden – gesundheitlich, sozial und wirtschaftlich.
Eine Aufklärungsveranstaltung am Vorabend eines Skin Camps in Togo: Mit Filmen, Musik und Gesprächen werden auch schwer erreichbare Menschen angesprochen. Gerade in abgelegenen Regionen sind diese Treffen oft der erste Schritt, um Vertrauen aufzubauen und den Zugang zu Untersuchung und Behandlung am nächsten Tag zu ermöglichen.
Afghanistans Kinder gehören zu den am schwersten erreichbaren und verletzlichsten Gruppen weltweit – besonders Mädchen. Inmitten von Armut, Instabilität und massiven Einschränkungen beim Bildungszugang bietet das Safaa-School-Projekt im Safaa-Distrikt von Kabul geschützte Lernräume für über 2.000 Kinder. Die Schule ermöglicht kostenlose Grundbildung, Unterrichtsmaterialien und Winterkurse und stärkt gezielt Mädchen, die von Bildung oft ausgeschlossen sind. So entsteht Hoffnung, wo staatliche Strukturen kaum greifen.
Was haben wir im Jahr 2025 im Bereich „Hard to reach“ erreicht?
Auch 2025 stand für die DAHW im Fokus, Menschen zu erreichen, die „durchs Netz fallen“. Etwa in Uganda, wo einmal mehr deutlich wurde, dass Infektionskrankheiten nicht an Landesgrenzen Halt machen. Zwischen Uganda und dem Südsudan gibt es viel Bewegung, was die Behandlung und Nachverfolgung von Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose erschwert. Ein DAHW-Projekt analysiert dort Strukturen, Abläufe und Versorgungslücken. So kann gemeinsam ein Modell für eine bessere, grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung entwickelt werden. In Tansania haben wir Lepra-Patient:innen sowohl mit „Skin Camps“, die wir direkt in den Gemeinden organisieren, als auch in zentralen Gesundheitseinrichtungen erreicht. Nun werten wir aus, welcher Ansatz sinnvoller ist, um möglichst viele Menschen rasch und effizient zu unterstützen. Im Senegal stärken wir nach wie vor über die Jahrzehnte von administrativen, wirtschaftlichen und sozialen Strukturen abgeschnittenen ehemaligen „Lepradörfer“, deren Bewohner:innen bis heute eine fast permanente Ernährungsunsicherheit spüren: In vielen der betroffenen Gemeinden herrscht bis heute eine fast permanente Ernährungsunsicherheit. So haben wir auch 2025 gezielte Maßnahmen durchgeführt, um die Bewohner:innen zu stärken und die Übertragung von Lepra und anderen Krankheiten zu unterbrechen. Und nicht zuletzt haben wir weiterhin die Lepra-Arbeit in Afghanistan unterstützt, die jedoch immer schwieriger wird. Die Herausforderungen sowohl für die Bevölkerung als auch für die medizinischen Teams nehmen stetig zu und es bedarf sorgfältiger Planung und behutsamer Vorgehensweise, um den Betroffenen Unterstützung zu ermöglichen.
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